Grundsätzliche Tipps

Diese Tipps sollen Ihnen helfen, sich als Erziehende souveräner in der Medienerziehung zu fühlen.

Antworten geben

Seien Sie aufmerksam, wenn Ihr Kind Medien nutzt und dabei Fragen hat. Versuchen Sie immer, seine Fragen ernst zu nehmen, denn Kinder stellen keine grundlosen Fragen. Und versuchen Sie, ihm eine Antwort zu geben, auch wenn das Ihrer Meinung nach noch zu früh ist, weil es die Antwort noch nicht verstehen kann. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, eine Verbindung zur Lebenswelt und den Erfahrungen Ihres Kindes herzustellen.

Vorbild sein

Sie sind das wichtigste Vorbild Ihres Kindes, machen Sie sich das immer wieder bewusst. Das gilt umso mehr, je jünger Ihr Kind ist. Was Sie Ihrem Kind vorleben, ist das, was es für sich selbst für richtig hält. Machen Sie sich also immer wieder klar, was Ihr Kind lernen soll – und zeigen Sie ihm dies mit Ihrem Verhalten.

Verlässliche Ansprechpartner*innen

Kinder brauchen Gespräche mit Eltern und Bezugspersonen, um Inhalte zu verarbeiten. Sie können Gespräche aber auch dazu nutzen, um mit Ihrem Kind über seine medienbezogenen Bedürfnisse zu sprechen oder ihm Regeln zu erklären. Indem Sie ihm mediale Phänomene und Funktionsweisen erklären, können Sie Ihr Kind bei der Entwicklung von Medienkompetenz unterstützen. Je öfter diese Gespräche dabei aus der begleiteten Nutzung entstehen, umso besser. Je mehr die Großeltern in die Betreuung der Kinder einbezogen sind, desto wichtiger ist es, dass die Eltern und Großeltern im Austausch eine gemeinsame Linie finden.

Fehler zulassen

Wenn wir etwas lernen, dann gehört es dazu, dass wir Fehler machen. Wenn Ihr Kind im Umgang mit Medien einen Fehler macht, seien Sie geduldig und verständnisvoll. Wenn sich der Fehler „reparieren“ lässt, beispielsweise wenn es die falsche App angewählt hat, dann zeigen Sie ihm, an welcher Stelle der Fehler passiert ist und wie dieser rückgängig gemacht werden kann. Wenn es ein irreparabler Fehler ist, zum Beispiel weil Ihr Kind auf Ihrem Smartphone Fotos gelöscht hat, dann überlegen Sie, wie Sie solche Situationen künftig vermeiden können. Vielleicht finden Sie sogar mit Ihrem Kind zusammen eine Lösung.

Kinder begleiten

Begleiten Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung. Kinder fühlen sich von Medien angezogen und können die Zeit vergessen, wenn sie sich mit Medien beschäftigen. Achten Sie darauf, wann und zu welchem Zweck Ihr Kind Medien nutzen möchte, und wägen Sie ab, ob sich die jeweiligen Bedürfnisse ohne Medien genauso gut oder vielleicht sogar besser befriedigen lassen. Verbinden Sie die Mediennutzung Ihres Kindes darüber hinaus mit der Möglichkeit, in Kontakt mit Ihrem Kind zu sein und zum Beispiel dabei zu sein, wenn es fernsieht oder spielt, oder aber mit ihm über seine Medienerlebnisse zu reden. Dann bekommen Sie auch mit, wenn es Fragen hat, und können ihm dabei helfen, die Medieninhalte zu verstehen und einzuordnen.

Mit Medien andere Entwicklungsbereiche unterstützen

Durch die Nutzung von Medien machen Kinder nicht nur Erfahrungen im Umgang mit diesen, sondern sie können auch ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in anderen Bereichen weiterentwickeln. Da die digitalen Medien eine große Faszination auf Kinder ausüben, können sie hier einen guten Dienst erweisen. Wenn es Ihnen möglich ist, halten Sie Ausschau nach Tools und Angeboten, von denen Ihre Kinder zum Beispiel in der Sprachentwicklung oder bei der Entwicklung der Auge-Hand-Koordination profitieren können. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung, damit Sie das Lernpotenzial des jeweiligen Mediums einschätzen können.

Kindgerechte Angebote

Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm altersgerechte Inhalte anbieten, die zu seinen Bedürfnissen passen. Fragen Sie sich: Was sind die handlungsleitenden Themen, also die Themen und Fragen, mit denen sich Ihr Kind gerade beschäftigt? Was mag es besonders an einem Medienangebot? Wenn Sie das wissen, können Sie bei Wünschen, die Sie eigentlich ablehnen, leichter Alternativen anbieten, die besser zu Ihren Wertvorstellungen passen und dem Bedürfnis Ihres Kindes trotzdem entgegenkommen. Denken Sie gleichzeitig aber auch an Ihre eigene Medienbiografie: Ihre Eltern fanden auch nicht alles gut, was Ihnen gefallen hat.

Sensibel sein

Seien Sie sensibel für die Bedürfnisse Ihres Kindes: Jedes Kind entwickelt sich anders. Im Laufe seiner Entwicklung muss aber jedes Kind bestimmte entwicklungsbezogene Aufgaben erfüllen, zum Beispiel muss es lernen, mit anderen Kindern zurechtzukommen. Außerdem hat jedes Kind im Laufe der Zeit unterschiedliche Interessen. Bei der Erfüllung der Entwicklungsaufgaben wie auch bei der Beschäftigung mit eigenen Interessen können die Medien helfen. Fragen Sie deshalb immer wieder nach, warum Ihr Kind Medien nutzen möchte. Überprüfen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam, ob das jeweilige Bedürfnis auch anders und vielleicht sogar besser befriedigt werden könnte.

Feste Strukturen vorgeben

Digitale Medien sind fester Bestandteil im Alltag von Familien und der Kinder von Geburt an. Legen Sie von Anfang an Regeln für die Nutzung von Medien fest, zum Beispiel feste Zeiten oder bestimmte Situationen. Dabei müssen die Regeln „mitwachsen“, wenn Ihr Kind älter wird. Dann erlebt Ihr Kind eine gezielte Mediennutzung. In Ausnahmefällen können Sie von diesen Regeln auch abweichen. Für Ihr Kind muss aber klar sein, dass das eine Ausnahme ist und nicht die Regel. Ein Wecker oder eine Sanduhr kann den Kindern helfen, selbst zu sehen, wann die Medienzeit um ist, und fördert das Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Gemeinsame positive Nutzungssituationen schaffen

Mediennutzung darf Spaß machen und für alle Beteiligten ein positives Erlebnis sein. Schaffen Sie von Zeit zu Zeit Raum für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie oder mit Freund*innen. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind Fotos oder Videos an und reden Sie über das, was Sie sehen, treffen Sie sich per Videotelefonie mit Verwandten oder erlauben Sie Ihrem Kind, sich mit seinen Freund*innen zum gemeinsamen Computerspielen zu treffen. Wichtig ist ein klarer Rahmen, den Sie im Vorhinein mit Ihrem Kind absprechen. Gemeinsame Mediennutzung verbindet und Beziehungen können dadurch positiv gestaltet werden.

Medien aktiv und kreativ nutzen

Digitale Medien können vielfältig genutzt werden – zur Unterhaltung, zur Kommunikation oder um sich zu informieren. Sie bieten aber auch viele Möglichkeiten zum aktiven Einsatz oder um kreativ zu werden. Schon Kinder im Alter von ca. zwei Jahren können beispielsweise mit dem Tablet fotografieren und haben Spaß daran. Ein wenig später können sie mithilfe einer App die eigenen Fotos bearbeiten und verändern. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die digitalen Medien außer zum Anschauen von Videos oder zum Spielen noch nutzen kann, und ermöglichen Sie ihm von Anfang an eine vielfältige Nutzungsweise.

Mit Medien spielerisch lernen

Kinder haben viele Fragen. Bis zum Schuleintritt wird ihr Wissensdurst immer größer und sie wollen viele Dinge lernen. Das geht auch mit Medien. In Wissenssendungen können sie auf unterhaltsame Weise Neues erfahren, mit altersgerechten Lern-Apps können die Kinder Rechnen, Lesen und Schreiben üben oder auch einen Zugang zu einer fremden Sprache bekommen. Wichtig ist, dass Sie die Angebote kennen, Ihr Kind zumindest in der ersten Zeit bei der Nutzung begleiten, bei Fragen weiterhelfen und so positive Lernerlebnisse befördern.

Zum Download

Elternmaterialien

Hier können Sie unsere Informationen für Eltern mit allem Wissenswerten über Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, Kommerz im Netz und Co. als PDF herunterladen.

Elternbroschüren zum Thema Computerspiele!

Im Mittelpunkt der acht Broschüren stehen konkrete Alltagsprobleme von Familien mit Computerspielen. Diese werden anhand der Sichtweisen von Eltern und Jugendlichen erklärt, pädagogisch erläutert und durch weitere Informationsquellen und Anlaufstellen bei Problemen ergänzt. Die Broschüren geben Eltern praktische Informationen und einen alltagstauglichen Rat für ihr Erziehungshandeln und stehen in deutscher, englischer und türkischer Sprache zur Verfügung.

In dieser Sonderausgabe gibt FLIMMO Eltern konkrete Tipps und Infos rund um die Mediennutzung von Schulanfängern.