Tipps zur Medienerziehung

Digitale Medien gehören von Anfang an zum Alltag von Kindern und Familien. Medienerziehung bedeutet deshalb nicht nur, Nutzungszeiten festzulegen oder Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Ebenso wichtig ist es, gemeinsam Medien zu entdecken, über Erlebnisse zu sprechen, Fragen ernst zu nehmen und Kinder schrittweise zu einem selbstständigen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu befähigen.

Die folgenden Tipps geben Orientierung für den Familienalltag. Nicht jede Empfehlung passt gleichermaßen zu jedem Kind: Alter, Entwicklungsstand, persönliche Bedürfnisse und die jeweilige Familiensituation sollten immer mitberücksichtigt werden.

Medien gemeinsam entdecken und verstehen

Antworten geben

Seien Sie aufmerksam, wenn Ihr Kind Medien nutzt und dabei Fragen hat. Versuchen Sie immer, seine Fragen ernst zu nehmen, denn Kinder stellen keine grundlosen Fragen. Und versuchen Sie, ihm eine Antwort zu geben, auch wenn das Ihrer Meinung nach noch zu früh ist, weil es die Antwort noch nicht verstehen kann. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, eine Verbindung zur Lebenswelt und den Erfahrungen Ihres Kindes herzustellen.

Ansprechbar bleiben und Interesse zeigen

Kinder brauchen Gespräche mit Eltern und Bezugspersonen, um Inhalte zu verarbeiten. Sie können Gespräche aber auch dazu nutzen, um mit Ihrem Kind über seine medienbezogenen Bedürfnisse zu sprechen oder ihm Regeln zu erklären. Indem Sie ihm mediale Phänomene und Funktionsweisen erklären, können Sie Ihr Kind bei der Entwicklung von Medienkompetenz unterstützen. Je öfter diese Gespräche dabei aus der begleiteten Nutzung entstehen, umso besser. Je mehr die Großeltern in die Betreuung der Kinder einbezogen sind, desto wichtiger ist es, dass die Eltern und Großeltern im Austausch eine gemeinsame Linie finden.

Kinder begleiten

Begleiten Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung. Kinder fühlen sich von Medien angezogen und können die Zeit vergessen, wenn sie sich mit Medien beschäftigen. Achten Sie darauf, wann und zu welchem Zweck Ihr Kind Medien nutzen möchte, und wägen Sie ab, ob sich die jeweiligen Bedürfnisse ohne Medien genauso gut oder vielleicht sogar besser befriedigen lassen. Verbinden Sie die Mediennutzung Ihres Kindes darüber hinaus mit der Möglichkeit, in Kontakt mit Ihrem Kind zu sein und zum Beispiel dabei zu sein, wenn es fernsieht oder spielt, oder aber mit ihm über seine Medienerlebnisse zu reden. Dann bekommen Sie auch mit, wenn es Fragen hat, und können ihm dabei helfen, die Medieninhalte zu verstehen und einzuordnen.

Kindgerechte Angebote

Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm altersgerechte Inhalte anbieten, die zu seinen Bedürfnissen passen. Fragen Sie sich: Was sind die handlungsleitenden Themen, also die Themen und Fragen, mit denen sich Ihr Kind gerade beschäftigt? Was mag es besonders an einem Medienangebot? Wenn Sie das wissen, können Sie bei Wünschen, die Sie eigentlich ablehnen, leichter Alternativen anbieten, die besser zu Ihren Wertvorstellungen passen und dem Bedürfnis Ihres Kindes trotzdem entgegenkommen. Denken Sie gleichzeitig aber auch an Ihre eigene Medienbiografie: Ihre Eltern fanden auch nicht alles gut, was Ihnen gefallen hat.

Mit Medien spielerisch lernen

Kinder haben viele Fragen. Bis zum Schuleintritt wird ihr Wissensdurst immer größer und sie wollen viele Dinge lernen. Das geht auch mit Medien. In Wissenssendungen können sie auf unterhaltsame Weise Neues erfahren, mit altersgerechten Lern-Apps können die Kinder Rechnen, Lesen und Schreiben üben oder auch einen Zugang zu einer fremden Sprache bekommen. Wichtig ist, dass Sie die Angebote kennen, Ihr Kind zumindest in der ersten Zeit bei der Nutzung begleiten, bei Fragen weiterhelfen und so positive Lernerlebnisse befördern.

Mit Medien andere Entwicklungsbereiche unterstützen

Durch die Nutzung von Medien machen Kinder nicht nur Erfahrungen im Umgang mit diesen, sondern sie können auch ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in anderen Bereichen weiterentwickeln. Da die digitalen Medien eine große Faszination auf Kinder ausüben, können sie hier einen guten Dienst erweisen. Wenn es Ihnen möglich ist, halten Sie Ausschau nach Tools und Angeboten, von denen Ihre Kinder zum Beispiel in der Sprachentwicklung oder bei der Entwicklung der Auge-Hand-Koordination profitieren können. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung, damit Sie das Lernpotenzial des jeweiligen Mediums einschätzen können.

Künstliche Intelligenz gemeinsam entdecken

Kinder begegnen Künstlicher Intelligenz beispielsweise in Suchmaschinen, Spielen, Sprachassistenten, Bildprogrammen oder Chatbots. Probieren Sie solche Angebote möglichst gemeinsam aus und sprechen Sie darüber, was die Anwendung kann und wo ihre Grenzen liegen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass eine KI keine Person ist und Inhalte nicht auf dieselbe Weise versteht wie ein Mensch. Ihre Antworten können überzeugend klingen und trotzdem falsch, unvollständig oder erfunden sein. Ergebnisse sollten deshalb überprüft und nicht ungefragt übernommen werden. Achten Sie gemeinsam darauf, keine privaten Informationen, Fotos, Adressen, Passwörter oder vertraulichen Erlebnisse einzugeben. Besprechen Sie außerdem, wann die Nutzung von KI sinnvoll ist und wann eigenes Nachdenken, Nachfragen oder Ausprobieren wichtiger ist.

Nicht alles glauben, was echt aussieht

Bilder, Stimmen und Videos können bearbeitet oder vollständig mit Künstlicher Intelligenz erzeugt werden. Auch Beiträge, die häufig geteilt werden oder besonders aufregend wirken, müssen nicht richtig sein. Überlegen Sie gemeinsam: Wer hat den Inhalt veröffentlicht? Ist eine verlässliche Quelle angegeben? Berichten auch andere glaubwürdige Angebote darüber? Soll der Beitrag vor allem Angst, Wut oder Aufregung auslösen? Könnte das Bild oder Video bearbeitet worden sein? Machen Sie Ihrem Kind Mut, bei Unsicherheit nachzufragen. Es geht nicht darum, jede Täuschung sofort zu erkennen. Wichtiger ist die Gewohnheit, kurz innezuhalten, Informationen zu prüfen und Inhalte nicht vorschnell weiterzuschicken

Erklären, warum immer neue Inhalte erscheinen

Viele Plattformen schlagen automatisch Videos, Beiträge, Spiele oder Produkte vor. Diese Empfehlungen orientieren sich unter anderem daran, was angesehen, angeklickt, gesucht oder lange betrachtet wurde. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der angezeigte Feed nicht einfach die gesamte Welt abbildet. Plattformen wählen Inhalte aus und verfolgen dabei auch wirtschaftliche Interessen. Besonders emotionale, überraschende oder aufregende Beiträge können viel Aufmerksamkeit erhalten. Schauen Sie gelegentlich gemeinsam in den Feed Ihres Kindes. Fragen Sie, warum bestimmte Inhalte dort auftauchen könnten und ob Ihr Kind sie wirklich sehen möchte. Zeigen Sie ihm, wie Empfehlungen zurückgesetzt, Inhalte ausgeblendet oder Konten blockiert werden können.

Über Medienerlebnisse und Gefühle sprechen

Fragen Sie Ihr Kind nicht nur, was es gesehen, gespielt oder gehört hat, sondern auch, wie es ihm damit ging. Medien können Freude, Spannung und Neugier auslösen, aber auch Angst, Wut, Druck oder Überforderung. Nehmen Sie solche Gefühle ernst, auch wenn ein Inhalt auf Erwachsene harmlos wirkt. Kinder verarbeiten Medienangebote abhängig von ihrem Alter, ihrer Entwicklung und ihren bisherigen Erfahrungen sehr unterschiedlich. Bieten Sie Ihrem Kind an, gemeinsam über irritierende Inhalte zu sprechen, ein Video noch einmal anzusehen oder ein Spiel zunächst zusammen auszuprobieren. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiß: Es kann sich auch dann an Sie wenden, wenn es gegen eine Regel verstoßen, etwas Ungeeignetes angesehen oder einen Fehler gemacht hat.

Medien aktiv und kreativ nutzen

Digitale Medien können vielfältig genutzt werden – zur Unterhaltung, zur Kommunikation oder um sich zu informieren. Sie bieten aber auch viele Möglichkeiten zum aktiven Einsatz oder um kreativ zu werden. Schon Kinder im Alter von ca. zwei Jahren können beispielsweise mit dem Tablet fotografieren und haben Spaß daran. Ein wenig später können sie mithilfe einer App die eigenen Fotos bearbeiten und verändern. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die digitalen Medien außer zum Anschauen von Videos oder zum Spielen noch nutzen kann, und ermöglichen Sie ihm von Anfang an eine vielfältige Nutzungsweise.

Kinder schützen und Selbstständigkeit fördern

Sensibel sein

Seien Sie sensibel für die Bedürfnisse Ihres Kindes: Jedes Kind entwickelt sich anders. Im Laufe seiner Entwicklung muss aber jedes Kind bestimmte entwicklungsbezogene Aufgaben erfüllen, zum Beispiel muss es lernen, mit anderen Kindern zurechtzukommen. Außerdem hat jedes Kind im Laufe der Zeit unterschiedliche Interessen. Bei der Erfüllung der Entwicklungsaufgaben wie auch bei der Beschäftigung mit eigenen Interessen können die Medien helfen. Fragen Sie deshalb immer wieder nach, warum Ihr Kind Medien nutzen möchte. Überprüfen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam, ob das jeweilige Bedürfnis auch anders und vielleicht sogar besser befriedigt werden könnte.

Fehler zulassen

Wenn wir etwas lernen, dann gehört es dazu, dass wir Fehler machen. Wenn Ihr Kind im Umgang mit Medien einen Fehler macht, seien Sie geduldig und verständnisvoll. Wenn sich der Fehler „reparieren“ lässt, beispielsweise wenn es die falsche App angewählt hat, dann zeigen Sie ihm, an welcher Stelle der Fehler passiert ist und wie dieser rückgängig gemacht werden kann. Wenn es ein irreparabler Fehler ist, zum Beispiel weil Ihr Kind auf Ihrem Smartphone Fotos gelöscht hat, dann überlegen Sie, wie Sie solche Situationen künftig vermeiden können. Vielleicht finden Sie sogar mit Ihrem Kind zusammen eine Lösung.

Medienerziehung an das Kind anpassen

Kinder entwickeln sich unterschiedlich und benötigen deshalb unterschiedliche Formen der Begleitung. Altersangaben können eine erste Orientierung geben, ersetzen aber nicht den Blick auf das einzelne Kind. Manche Kinder profitieren besonders von visuellen Anleitungen, einfachen Bedienoberflächen, Untertiteln, Vorlesefunktionen oder einer klaren Schritt-für-Schritt-Begleitung. Andere benötigen mehr Unterstützung, um Werbung, soziale Situationen oder abstrakte Spielregeln einzuordnen. Suchen Sie nach barrierearmen und entwicklungsangemessenen Angeboten. Beobachten Sie gemeinsam, was Ihrem Kind Selbstständigkeit, Ausdruck und Teilhabe ermöglicht und an welchen Stellen es Unterstützung braucht.

Fehler zulassen

Wenn wir etwas lernen, dann gehört es dazu, dass wir Fehler machen. Wenn Ihr Kind im Umgang mit Medien einen Fehler macht, seien Sie geduldig und verständnisvoll. Wenn sich der Fehler „reparieren“ lässt, beispielsweise wenn es die falsche App angewählt hat, dann zeigen Sie ihm, an welcher Stelle der Fehler passiert ist und wie dieser rückgängig gemacht werden kann. Wenn es ein irreparabler Fehler ist, zum Beispiel weil Ihr Kind auf Ihrem Smartphone Fotos gelöscht hat, dann überlegen Sie, wie Sie solche Situationen künftig vermeiden können. Vielleicht finden Sie sogar mit Ihrem Kind zusammen eine Lösung.

Feste Strukturen vorgeben

Digitale Medien sind fester Bestandteil im Alltag von Familien und der Kinder von Geburt an. Legen Sie von Anfang an Regeln für die Nutzung von Medien fest, zum Beispiel feste Zeiten oder bestimmte Situationen. Dabei müssen die Regeln „mitwachsen“, wenn Ihr Kind älter wird. Dann erlebt Ihr Kind eine gezielte Mediennutzung. In Ausnahmefällen können Sie von diesen Regeln auch abweichen. Für Ihr Kind muss aber klar sein, dass das eine Ausnahme ist und nicht die Regel. Ein Wecker oder eine Sanduhr kann den Kindern helfen, selbst zu sehen, wann die Medienzeit um ist, und fördert das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Vereinbaren Sie Regeln möglichst gemeinsam und sprechen Sie auch über deren Gründe. Regeln sollten nicht nur die Dauer der Nutzung betreffen. Ebenso wichtig sind Fragen wie: Welche Angebote darf das Kind nutzen? Welche Käufe sind erlaubt? Was darf veröffentlicht oder weitergeschickt werden? Und an wen kann sich das Kind wenden, wenn ihm etwas unangenehm ist? Überprüfen Sie die Vereinbarungen regelmäßig. Mit zunehmendem Alter sollte Ihr Kind mehr Verantwortung übernehmen und an Entscheidungen stärker beteiligt werden.

Werbung, In-App-Käufe und versteckte Kosten besprechen

In Apps und Spielen treffen Kinder auf Werbung, Kaufangebote, virtuelle Währungen, Belohnungssysteme oder kostenpflichtige Zusatzinhalte. Häufig ist nicht sofort erkennbar, dass echtes Geld ausgegeben werden soll. Schauen Sie gemeinsam, wie das jeweilige Angebot finanziert wird. Erklären Sie den Unterschied zwischen Spielgeld und echtem Geld und vereinbaren Sie eindeutig, ob und unter welchen Bedingungen Käufe erlaubt sind. Deaktivieren Sie Käufe ohne Passwort oder zusätzliche Bestätigung. Hinterlegen Sie Zahlungsdaten nicht unnötig und sprechen Sie auch über scheinbar kostenlose Angebote: Manchmal bezahlen Nutzer*innen nicht mit Geld, sondern mit ihren Daten oder ihrer Aufmerksamkeit.Vereinbaren Sie Regeln möglichst gemeinsam und sprechen Sie auch über deren Gründe. Regeln sollten nicht nur die Dauer der Nutzung betreffen. Ebenso wichtig sind Fragen wie: Welche Angebote darf das Kind nutzen? Welche Käufe sind erlaubt? Was darf veröffentlicht oder weitergeschickt werden? Und an wen kann sich das Kind wenden, wenn ihm etwas unangenehm ist? Überprüfen Sie die Vereinbarungen regelmäßig. Mit zunehmendem Alter sollte Ihr Kind mehr Verantwortung übernehmen und an Entscheidungen stärker beteiligt werden.

Persönliche Daten schützen

Kinder sollten früh lernen, dass persönliche Daten wertvoll sind. Dazu gehören nicht nur Name, Adresse und Telefonnummer, sondern auch Fotos, Standortdaten, Sprachaufnahmen, Kontakte, Interessen und Informationen über Familie oder Freund*innen. Prüfen Sie bei neuen Apps gemeinsam: Welche Daten werden abgefragt? Benötigt die App wirklich Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder Standort? Wer kann Beiträge und Profilinformationen sehen? Lassen sich Kontakte, Kommentare oder Nachrichten beschränken? Kann das Konto später wieder gelöscht werden? Passen Sie die Einstellungen gemeinsam an und überprüfen Sie sie regelmäßig. Verbote allein helfen langfristig wenig. Ziel ist, dass Ihr Kind zunehmend selbst erkennt, welche Informationen es mit wem teilen möchte.Vereinbaren Sie Regeln möglichst gemeinsam und sprechen Sie auch über deren Gründe. Regeln sollten nicht nur die Dauer der Nutzung betreffen. Ebenso wichtig sind Fragen wie: Welche Angebote darf das Kind nutzen? Welche Käufe sind erlaubt? Was darf veröffentlicht oder weitergeschickt werden? Und an wen kann sich das Kind wenden, wenn ihm etwas unangenehm ist? Überprüfen Sie die Vereinbarungen regelmäßig. Mit zunehmendem Alter sollte Ihr Kind mehr Verantwortung übernehmen und an Entscheidungen stärker beteiligt werden.

Das Recht am eigenen Bild achten

Fragen Sie Ihr Kind, bevor Sie ein Foto oder Video von ihm verschicken oder veröffentlichen. Auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, bei der Darstellung ihrer Person mitzuentscheiden. Besprechen Sie gemeinsam, welche Bilder privat bleiben sollen und welche möglicherweise geteilt werden können. Achten Sie darauf, keine unangenehmen, intimen oder entwürdigenden Situationen zu veröffentlichen. Bedenken Sie außerdem, dass einmal geteilte Inhalte kopiert, gespeichert oder weitergeschickt werden können. Ermuntern Sie Ihr Kind, auch andere Menschen um Erlaubnis zu fragen, bevor es Fotos oder Videos von ihnen veröffentlicht.

Schutzfunktionen bewusst und transparent nutzen

Jugendschutzeinstellungen, Kinderkonten und Parental-Control-Apps können dabei helfen, ungeeignete Inhalte, Käufe oder Kontakte zu begrenzen. Sie ersetzen aber weder Gespräche noch Vertrauen und Begleitung. Erklären Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen Sie vornehmen und warum. Vermeiden Sie eine heimliche oder unverhältnismäßige Kontrolle. Überlegen Sie gemeinsam, welche Schutzmaßnahmen zum Alter und Entwicklungsstand passen und wann einzelne Beschränkungen gelockert werden können. Technische Kontrolle sollte Kinder nicht nur begrenzen, sondern sie dabei unterstützen, schrittweise selbst Verantwortung zu übernehmen.

Medien im Familienalltag

Gemeinsame positive Nutzungssituationen schaffen

Mediennutzung darf Spaß machen und für alle Beteiligten ein positives Erlebnis sein. Schaffen Sie von Zeit zu Zeit Raum für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie oder mit Freund*innen. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind Fotos oder Videos an und reden Sie über das, was Sie sehen, treffen Sie sich per Videotelefonie mit Verwandten oder erlauben Sie Ihrem Kind, sich mit seinen Freund*innen zum gemeinsamen Computerspielen zu treffen. Wichtig ist ein klarer Rahmen, den Sie im Vorhinein mit Ihrem Kind absprechen. Gemeinsame Mediennutzung verbindet und Beziehungen können dadurch positiv gestaltet werden.

Vorbild sein

Sie sind das wichtigste Vorbild Ihres Kindes, machen Sie sich das immer wieder bewusst. Das gilt umso mehr, je jünger Ihr Kind ist. Was Sie Ihrem Kind vorleben, ist das, was es für sich selbst für richtig hält. Machen Sie sich also immer wieder klar, was Ihr Kind lernen soll und zeigen Sie ihm dies mit Ihrem Verhalten.


Sprechen Sie auch über Ihre eigene Mediennutzung. Sie können zum Beispiel erklären, warum Sie gerade zum Smartphone greifen oder weshalb Sie eine Nachricht noch beantworten möchten. Legen Sie das Gerät bei gemeinsamen Mahlzeiten oder Gesprächen bewusst zur Seite. Kinder erleben so, dass Medien hilfreich sein können, aber nicht immer Vorrang haben müssen.

Interesse an digitalen Spielen zeigen

Fragen Sie Ihr Kind nicht nur, wie lange es spielt, sondern auch, was es an einem Spiel begeistert. Lassen Sie sich Figuren, Spielziele oder gemeinsam erreichte Erfolge zeigen und spielen Sie gelegentlich mit. Sprechen Sie über Kontakte in Spielen, den Umgangston in Chats, Kaufangebote und darüber, wie leicht oder schwer das Aufhören fällt. Achten Sie auch darauf, welche Bedeutung das Spielen für Ihr Kind hat: Geht es um Entspannung, Wettbewerb, Kreativität, Freundschaften oder das Gefühl, etwas besonders gut zu können? Je besser Sie das Spiel und seine Bedeutung kennen, desto leichter können Sie gemeinsam passende Regeln und Alternativen entwickeln.

Nicht nur auf die Minuten schauen

Nutzungszeiten können Orientierung geben. Für die Einschätzung einer Situation ist aber auch entscheidend, welche Inhalte Ihr Kind nutzt, mit wem es dabei in Kontakt ist und wie es ihm vor, während und nach der Nutzung geht. Ein kreatives Filmprojekt, ein Gespräch mit Freund*innen, Hausaufgaben am Tablet und das endlose Anschauen kurzer Videos erfüllen sehr unterschiedliche Funktionen. Berücksichtigen Sie deshalb neben der Dauer auch Anlass, Inhalt und Wirkung der Mediennutzung. Achten Sie darauf, ob Schlaf, Bewegung, Schule, Freundschaften und gemeinsame Familienzeiten ausreichend Raum behalten. Wenn Medien dauerhaft andere wichtige Bereiche verdrängen oder Ihr Kind selbst unter seiner Nutzung leidet, sollten Sie gemeinsam nach Veränderungen und gegebenenfalls nach Unterstützung suchen.

Wenn etwas schiefgeht

Bleiben Sie möglichst ruhig und machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe. Lassen Sie sich zeigen oder erzählen, was passiert ist, und sichern Sie bei Bedarf Beweise, zum Beispiel durch Screenshots. Antworten Sie nicht vorschnell auf beleidigende, bedrohliche oder erpresserische Nachrichten.

Je nach Situation können Sie:

  • einen Kontakt blockieren,
  • einen Inhalt oder ein Konto bei der Plattform melden,
  • Passwörter ändern,
  • Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen überprüfen,
  • Käufe oder Zahlungswege sperren,
  • die Schule oder eine pädagogische Einrichtung einbeziehen,
  • eine Beratungsstelle kontaktieren oder
  • bei konkreten Bedrohungen oder strafbaren Inhalten die Polizei einschalten.

Ihr Kind sollte wissen: Hilfe zu holen ist kein Petzen. Es trägt nicht die Schuld daran, wenn andere Grenzen überschreiten.