Aufwachsen mit Medien
Welche Bedeutung haben Medien für Kinder und wie werden sie durch diese beeinflusst?
"Aufwachsen heißt heute Aufwachsen mit Medien. Kinder sind vom ersten Lebenstag an mit Medien konfrontiert. Den größten Teil des verfügbaren Medienensembles haben Kinder schon vor Schulalter kennengelernt."
Das 1. Lebensjahr
Kinder wachsen von Anfang an mit Medien auf. Schon kurz nach der Geburt entstehen oft die ersten Fotos und Videos – meist mit dem Smartphone. Manche Eltern teilen diese Aufnahmen auch mit Familie und Freund*innen oder veröffentlichen sie in sozialen Netzwerken. So werden Kinder bereits früh Teil digitaler Kommunikation, noch bevor sie selbst darüber entscheiden können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder automatisch kompetent mit Medien umgehen können. Medienkompetenz ist nicht angeboren. Kinder entwickeln erst nach und nach die Fähigkeit, Medien zu verstehen, sinnvoll zu nutzen und mögliche Risiken einzuschätzen. Dabei brauchen sie die Begleitung von Erwachsenen.
Eltern spielen deshalb eine wichtige Rolle: Sie sind Vorbilder, treffen erste Entscheidungen über die Mediennutzung ihres Kindes und unterstützen es dabei, einen selbstbestimmten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu lernen.
Das 2. Lebensjahr
Kinder wachsen von Anfang an mit Medien auf. Schon kurz nach der Geburt entstehen oft die ersten Fotos und Videos – meist mit dem Smartphone. Manche Eltern teilen diese Aufnahmen auch mit Familie und Freund*innen oder veröffentlichen sie in sozialen Netzwerken. So werden Kinder bereits früh Teil digitaler Kommunikation, noch bevor sie selbst darüber entscheiden können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder automatisch kompetent mit Medien umgehen können. Medienkompetenz ist nicht angeboren. Kinder entwickeln erst nach und nach die Fähigkeit, Medien zu verstehen, sinnvoll zu nutzen und mögliche Risiken einzuschätzen. Dabei brauchen sie die Begleitung von Erwachsenen.
Eltern spielen deshalb eine wichtige Rolle: Sie sind Vorbilder, treffen erste Entscheidungen über die Mediennutzung ihres Kindes und unterstützen es dabei, einen selbstbestimmten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu lernen.
Gemeinsam anschauen ist wichtiger als selbstständig bedienen.
Das 3. Lebensjahr
Ab etwa dem dritten Lebensjahr beginnen viele Kinder, einfache Mediengeschichten besser zu verstehen. Sie können überschaubaren Handlungen folgen, vertraute Figuren wiedererkennen und nachvollziehen, was nacheinander passiert. Wichtig sind eine ruhige Gestaltung, kurze Geschichten und Inhalte, die an den Alltag und die Erfahrungen des Kindes anknüpfen.
Altersgerechte Sendungen können auch die Sprachentwicklung unterstützen – besonders dann, wenn neue Wörter zusammen mit passenden Bildern gezeigt, wiederholt und erklärt werden. Entscheidend ist jedoch, dass Kinder Medien nicht nur nebenbei konsumieren. Viel hilfreicher ist es, wenn Eltern gemeinsam mit ihnen schauen, Fragen beantworten und über das Gesehene sprechen. Kein Medienangebot kann die direkte Kommunikation und das gemeinsame Spiel ersetzen.
Auch Smartphones und Tablets werden für Kinder in diesem Alter interessanter. Häufig schauen sie zunächst Familienfotos oder kurze Videos an, probieren einfache Zuordnungsspiele aus oder möchten selbst fotografieren. Dabei nutzen sie Medien zunehmend bewusster, brauchen aber weiterhin Unterstützung bei der Auswahl, Bedienung und Einordnung der Inhalte.
Medienerfahrungen machen Kinder vor allem in der Familie, bringen sie aber auch in Kita und Kindergarten mit. Deshalb ist es hilfreich, wenn Eltern und pädagogische Fachkräfte im Austausch bleiben und Kinder gemeinsam bei einem sicheren, kreativen und altersgerechten Umgang mit Medien begleiten.
Medien können Sprache und Lernen anregen – besonders dann, wenn Erwachsene gemeinsam mit dem Kind schauen, erklären und ins Gespräch kommen.
Das Kindergartenalter
Mit zunehmendem Alter interessieren sich Kinder stärker für andere Menschen, Geschichten und Fantasiewelten. Auch ihre sprachlichen Fähigkeiten entwickeln sich weiter. Dadurch verändert sich die Bedeutung von Medien: Bilderbücher, Hörangebote, kurze Videos oder einfache Spiele werden interessanter und können neue Gesprächs- und Lernanlässe schaffen.
Ab etwa dem dritten Lebensjahr können viele Kinder einfachen Geschichten folgen. Sie erkennen Figuren wieder, verstehen überschaubare Handlungsabläufe und nehmen wahr, was nacheinander geschieht. Besonders gut eignen sich kurze, ruhig erzählte Inhalte mit vertrauten Situationen und klar erkennbaren Figuren.
Altersgerechte Sendungen und Videos können die Sprachentwicklung unterstützen, wenn Bilder, Handlungen und neue Wörter gut zusammenpassen. Entscheidend ist jedoch die Begleitung durch Erwachsene. Kinder lernen besonders viel, wenn Eltern gemeinsam mit ihnen schauen, Dinge benennen, Fragen stellen und das Gesehene mit Erlebnissen aus dem Alltag verbinden. Medien sollten deshalb nicht nur nebenbei laufen oder vor allem zur Beschäftigung eingesetzt werden.
Auch Smartphones und Tablets gewinnen in diesem Alter an Bedeutung. Kinder schauen sich beispielsweise Familienfotos und kurze Videos an, probieren einfache Spiele aus oder möchten selbst fotografieren und filmen. Dabei wenden sie sich Medien zunehmend bewusst zu. Eine scheinbar sichere Bedienung des Geräts bedeutet jedoch noch nicht, dass ein Kind Inhalte versteht, Werbung erkennt oder mögliche Risiken einschätzen kann.
Kinder machen ihre ersten Medienerfahrungen meist in der Familie. Sie bringen diese Erlebnisse, Vorlieben und Fragen aber auch mit in die Kita. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Eltern und pädagogische Fachkräfte miteinander im Austausch bleiben und gemeinsam darauf achten, dass Kinder Medien altersgerecht, kreativ und gut begleitet kennenlernen.
Nicht nur der Inhalt zählt: Kinder profitieren besonders davon, wenn Erwachsene Medien gemeinsam mit ihnen nutzen und darüber sprechen.
Das Vorschulalter
Im letzten Kindergartenjahr machen Kinder einen großen Entwicklungsschritt. Sie werden selbstständiger, stellen immer mehr Fragen und bereiten sich spielerisch auf die Schule vor. Lesen, Schreiben und Rechnen werden bald wichtig – ebenso aber die Fähigkeit, Medien zu verstehen und sinnvoll zu nutzen.
Medien gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern. Deshalb ist es hilfreich, sie nicht grundsätzlich fernzuhalten, sondern sie altersgerecht und gut begleitet damit vertraut zu machen. Kinder sollen lernen, wie Medien funktionieren, wofür sie genutzt werden können und dass nicht alles, was sie sehen oder hören, automatisch wahr oder für sie geeignet ist.
Im Vorschulalter können Kinder Informationen schneller verarbeiten, sich besser erinnern und einfachen Geschichten immer sicherer folgen. Sie interessieren sich stark für ihre Umwelt, für Freundschaften, Familie, Rollenbilder und die Frage, wie andere Menschen leben. Medienfiguren, Geschichten und Spiele können ihnen dabei Orientierung bieten. Gleichzeitig beeinflussen sie Vorstellungen davon, wie Mädchen und Jungen sein sollen, was „normal“ ist oder wie man sich in einer Gruppe verhält. Deshalb lohnt es sich, gemeinsam über solche Darstellungen zu sprechen.
Digitale Spiele sind für viele Vorschulkinder besonders attraktiv. Sie mögen klare Aufgaben, unmittelbare Rückmeldungen und die Möglichkeit, selbst etwas auszuprobieren. Auch Smartphones, Tablets, Musikangebote oder Videos werden interessanter. Kinder können manche Anwendungen bereits selbst bedienen. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass sie Werbung erkennen, Inhalte einordnen oder Gefahren abschätzen können. Dafür brauchen sie weiterhin die Unterstützung von Erwachsenen.
Das Internet erscheint Kindern häufig wie eine riesige Sammlung von Filmen, Spielen, Bildern und Musik. Wie Suchmaschinen, Verlinkungen, Empfehlungen oder Werbung funktionieren, können Vorschulkinder aber noch nicht verstehen. Da sie meist noch nicht sicher lesen und schreiben, sind sie bei der Auswahl und Nutzung besonders auf Erwachsene angewiesen.
Medien können in diesem Alter nicht nur konsumiert, sondern auch kreativ genutzt werden. Kinder können zum Beispiel:
eigene Fotos aufnehmen,
Geräusche sammeln,
kleine Hörgeschichten erfinden,
einen Trickfilm gestalten,
gemeinsam Informationen suchen oder
Erlebnisse aus ihrem Alltag dokumentieren.
Solche Aktivitäten helfen Kindern, Medien nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel kennenzulernen.
Auch die Kita kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Medienbildung bedeutet dort nicht, Kinder möglichst lange vor Bildschirme zu setzen. Es geht vielmehr darum, ihre Erfahrungen aufzugreifen, Fragen zu beantworten und Medien kreativ, bewusst und sparsam einzusetzen. Besonders gut gelingt das, wenn Eltern und pädagogische Fachkräfte miteinander im Austausch bleiben und gemeinsame Regeln und Ziele entwickeln.
Kinder brauchen weder eine vollständig medienfreie Umgebung noch unbegrenzten Zugang. Sie brauchen Erwachsene, die Interesse zeigen, Inhalte auswählen, Grenzen setzen, gemeinsam ausprobieren und über das Erlebte sprechen. So können sie Schritt für Schritt einen selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien entwickeln.
Medienkompetenz entsteht nicht allein durch Nutzung, sondern durch gemeinsames Ausprobieren, Erklären und Reflektieren.
Sie haben Fragen zur Medienerziehung?
Wir haben einige Fragen und Antworten zusammengestellt.

