Mediennutzung in der Covid-19-Pandemie

Welche Bedeutung haben Medien für Kinder während der Covid-19-Pandemie?

Aktuelle Studien zeigen, dass sich die Mediennutzung und Medienerziehung von Kindern mit der Pandemie und insbesondere den dadurch bedingten Schließungen von Kitas, Horten und Schulen, aber auch der Arbeit vieler Eltern im Homeoffice verändert hat. Die Ergebnisse dieser Studien wollen wir für Sie schnell zugänglich machen. Dafür haben wir die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und aufbereitet. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und hoffen, dass wir Ihnen aufschlussreiche Einblicke geben können, die Sie auch in Ihrer täglichen pädagogische Arbeit nutzen können.

Studien

Eggert, Susanne/Oberlinner, Andreas/Pfaff-Rüdiger, Senta/Drexl, Andrea (2021). FAMILIE DIGITAL GESTALTEN FaMeMo – eine Langzeitstudie zur Bedeutung digitaler Medien in Familien mit jungen Kindern. kopaed Verlag: S. 119-124, 217-219, 256-260.

Mediennutzung von Kindern

… für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten

Medien wurden in erster Linie eingesetzt, um die Kinder zu beschäftigen, den Kindern die Situation zu erleichtern und ihnen Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.

Eine Familie schilderte auch, dass sich ihre Tochter mehr und mehr kreativ mit Medien ausleben wollte. Dies führte dazu, dass die 6-Jährige gemeinsam mit ihren älteren Geschwistern Videos aufnahm, auf denen sie sangen und tanzten und die die Geschwister auf TikTok hochluden.

 

… für online-basierte Kommunikation

Viele Familien entdeckten die Videotelefonie mit dem Handy oder dem Tablet, um im Kontakt mit Verwandten und Freund*innen zu sein. Besonders im Kontakt mit den Großeltern wurde dies viel genutzt. Die Kinder durften in diesem Fall auch selbstständig mit den Großeltern telefonieren.

Ein regelmäßiger Kontakt über Bildschirmmedien wirkte sich insbesondere positiv auf das Vertrauensverhältnis zwischen den Kindern und ihren Großeltern aus. Hervorgehoben wurde auch, dass sich die Kinder mit den Großeltern über den Bildschirm miteinander beschäftigten und die Betreuungssituation für die Erziehungsberechtigten erleichtert wurde.

 

… für Informationen

Die aktive Nutzung digitaler Medien, beispielsweise für die Suche nach Informationen, wird tendenziell eher bei etwas älteren Kindern interessant. Eine Mutter machte aber die Erfahrung, dass ihre 6 ½-jährige Tochter durch YouTube-Videos inspiriert wurde, sich ohne Medien zu beschäftigen. Die Online-Videos weckten bei ihr das Interesse am Backen und Kochen.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Die Pandemie brachte in den meisten befragten Familien Veränderungen im Alltag mit sich. Insbesondere Homeoffice Arrangements und die neue Betreuungssituation wirkten sich auf eine verstärkte Nutzung digitaler Medien aller Familienmitglieder aus. In erster Linie erhöhte sich die tägliche Mediennutzungszeit der Kinder, in vielen Fällen wurde auch das Spektrum an Angeboten, die die Kinder nutzen durften, erweitert. 

Medien wurden genutzt, um den Tag zu strukturieren, was bei den Familien jedoch Unterschiedliches bedeutete: In manchen Fällen wurde die Bildschirmzeit erhöht, zum Teil wurden die Tageszeiten angepasst (nach dem Mittagessen, nach dem Aufstehen) oder es wurde eine regelmäßige Nutzung eingeführt (Kindern, die sonst einmal in der Woche fernsehen durften, wurde dies nun täglich erlaubt). 

Der Einsatz von digitalen Medien ging insbesondere für die Eltern, die eine Doppelrolle einnahmen (Betreuen und Arbeiten), mit einer Entlastung einher. Diese Zeiten bedeuteten für sie wertvolle Arbeitszeit oder aber kurze Ruhezeiten. Medien waren jedoch auch dadurch präsenter, dass die Eltern selbst viel mehr am Laptop, Handy und Tablet waren, um zu arbeiten.

Die Eltern reagierten alle flexibel auf die neuen Bedingungen und erlaubten ihren Kindern dabei mehr als vor der Pandemie. Der Zugang zu digitalen Medien wurde jedoch weiterhin reguliert und soll – wenn die Bedingungen es zulassen – wieder neu geregelt werden. Die zusätzliche Mediennutzungszeit wurde von den Eltern als vorübergehend betrachtet, in der Hoffnung, dass sich nach Ende der Pandemiesituation alles von selbst wieder reguliert. Die Eltern merkten jedoch auch, dass die verstärkte Mediennutzung zu einem stärkeren Einfordern von Bildschirmmedien durch die Kinder führte. Viele Eltern erkannte deutlicher als zuvor, dass die Bedürfnisse, die Kinder mit Medien befriedigen (können), vielfältig sind.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Insbesondere mit Blick auf die zurückliegende pandemiebedingte Sondersituation, in der die familiäre Medienerziehung in vielen Fällen durch Ausnahmen gekennzeichnet war, zeigte sich, dass junge Kinder Unterstützung brauchen, um digitale Medien in souveräner Weise zu nutzen. Je jünger die Kinder sind, umso mehr sind sie dabei auf ihre direkten Bezugspersonen angewiesen. Das sind in erster Linie die Eltern, aber auch pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Die pädagogischen Fachkräfte haben dabei auch eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Eltern in ihrer Medienerziehung.

Typ der Studie

Qualitative Studie

Methode

Interviews

Stichprobe

14 Familien

eingenommene Perspektive

Eltern

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder von 1 bis 8 Jahren

Thematische Bezüge 

Mediennutzung, Alltag in der Familie

Ziel der (Teil-)Studie

Welche Veränderungen gab es im Umgang mit Medien in Familien mit Kindern zwischen 1 und 8 Jahren zur Zeit der pandemiebedingten Schließungen von Kitas, Kindergärten, Horten und Schulen?

Langmeyer, Alexandra/ Guglhör-Rudan, Angelika/ Naab, Thorsten/ Urlen, Marc/ Winklhofer, Ursula (2020). Kindsein in Zeiten von Corona. Ergebnisbericht zur Situation von Kindern während des Lockdowns im Frühjahr 2020. DJI.

Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Kindern

68 % der befragten Eltern hatten das Gefühl, dass ihre Kinder die Corona-Krise gut bewältigen

32 % der befragten Eltern waren der Meinung, dass die Zeit der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für die Kinder eine Belastung darstellte

Für 68 % der Kinder im Grundschulalter stellten Geschwisterbeziehungen eine positive Ressource dar, dieser Gruppe von Kindern gelang es am besten, die fehlenden Kontakte zu Gleichaltrigen zu kompensieren

Stimmungsschwankungen wurden während der Zeit des pandemiebedingten Lockdowns häufiger und intensiver erlebt. Das schildern die befragten Kinder auf sich selbst bezogen, erlebten es aber auch generell innerhalb der Familie so. Ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden hing nach eigener Einschätzung in erster Linie von der Stimmungslage der gesamten Familie während der Zeit der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ab. Dem Großteil der Familien, die befragt wurden, gelang es, eine positive Stimmung aufrechtzuerhalten. Gefühle von Einsamkeit erlebte nach Einschätzung der Eltern jedoch trotzdem mehr als ein Viertel der Kinder. Die Einschätzung, dass die Kinder sich mit der Situation schwertaten, stieg mit weiteren Belastungsfaktoren innerhalb der Familie. Besonders die finanzielle Situation schien ein vermehrtes Einsamkeitserleben sowie emotionale Probleme bei den Kindern zu fördern.

Besonders einschneidend waren für die Kinder zudem die fehlenden Kontakte mit Freund*innen. Davon waren insbesondere die Kinder betroffen, deren Freundschaften mit Hobbys verbunden waren, wie z. B. Sport. Institutionelle Einrichtungen haben eine enorme Bedeutung als Orte für die Freundschaften von Kindern und Jugendlichen und es zeigte sich deutlich, wie sehr gemeinsame Gruppenerlebnissen den Kindern fehlten.

 

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten

In allen Altersgruppen stieg die Mediennutzung an. Fernsehen sowie bei etwas älteren Kindern Streamingdienste und YouTube wurden zumindest bei den Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter am meisten genutzt (knapp 70 %). Die zweitliebste Beschäftigung waren auditive Dienste wie Radio, Hörspiele und bei Kindern im Grundschulalter auch Musik. Darauf folgten (Bilder-) Bücher anzuschauen und vorgelesen zu bekommen bzw. selbst zu lesen. Digitale Medien wie der Computer oder das Smartphone wurden von etwa einem Drittel der Kinder im Kindergartenalter häufiger genutzt, bei den Kindergartenkindern lag der Wert bei etwas mehr als der Hälfte, besonders Computerspielen war sehr beliebt. Bei Kindern und Jugendlichen in der Sekundarstufe waren es dann vor allem die digitalen Medien, die für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten genutzt wurden.

 

… für online-basierte Kommunikation

Digitale Medien spielten auch bei der Aufrechterhaltung und Pflege der Kontakte eine wichtige Rolle, besonders in Bezug auf Verwandte. Dabei kam dem Smartphone eine zentrale Bedeutung zu, sowohl zum Telefonieren als auch zum Chatten und für Videotelefonie. Insbesondere der Kontakt mit den Großeltern war für die meisten Kinder nur entweder telefonisch oder mit Hilfe von Videokonferenzen möglich. Besonders für kleine Kinder schien dies eine gute Möglichkeit des Austausches zu sein und die Kinder waren teilweise innovativ, was die Nutzung der Technologie anging. Es wurde gespielt, vorgelesen, vorgespielt. Die Eltern waren in diesem Fall großzügiger als sonst, was die Nutzungszeit der Medien anging.

89 % der Kindergartenkinder hatten digital Kontakt mit den Großeltern

87 % der Grundschulkinder hatten digital Kontakt mit den Großeltern

83 % der Kinder in der Sekundarstufe hatten digital Kontakt mit den Großeltern

Die Online-Kommunikation mit Freund*innen wurde insbesondere von Kindern in der Sekundarstufe online betrieben. Für jüngere Kinder war dies schwieriger, da sie auf die Unterstützung der Eltern angewiesen sind. Kindergartenkinder hatten nur in acht und Grundschulkinder in zwölf Prozent der Fälle über digitale Medien Kontakt mit ihren Freund*innen.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Die Bewältigung der neuen Situation seitens der Eltern war bei den Befragten insbesondere davon abhängig, wie sie ihre finanzielle Situation einschätzten und wie viel sie selbst arbeiten mussten. Das wirkte sich auch darauf auf, wie intensiv die Kinder Medien nutzten.

Während Befragte, die mit ihrer finanziellen Situation gut zurechtkamen, seltener von einem Anstieg der Beschäftigung mit digitalen Medien ihrer Kinder berichteten, war diese Einschätzung bei Erziehungsberechtigten, die sehr schwer mit ihrer finanziellen Situation zurechtkamen, etwas häufiger.

Die Nutzung von Medien für die Kontaktaufnahme zu Verwandten und Freund*innen unterstützten insbesondere jüngere und bildungsnahe Erziehungsberechtigte. Das kann sowohl mit einer höheren Affinität jüngerer Personen zur Kontaktpflege mittels Medien als auch einem selbstverständlicheren Umgang mit diesen zusammenhängen. Bei der Nutzung für kommunikative Zwecke waren alle Erziehungsberechtigten großzügiger, was die Nutzungszeit betrifft.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Kinder, die nicht in Betreuung waren, hatten generell wenig Kontakt zu pädagogischen Fach- und Lehrkräften. Mit zunehmendem Alter der Kinder nahm jedoch die Kontakthäufigkeit zu. Immerhin 21 Prozent der Kinder haben persönliche Videobotschaften von ihren pädagogischen Bezugspersonen bekommen. Außerdem kann davon ausgegangen werden, dass die Fachkräfte oftmals mit den Erziehungsberechtigten in E-Mail-Kontakt standen. Ob der Kontakt darüber hinaus die Kinder erreichte, konnte nicht nachvollzogen werden. Der Anteil der Kinder, die gar keinen Kontakt zu pädagogischen Fachkräften hatten, war bei den Kindergartenkindern besonders hoch (über 25 %).

32 % der Kindergartenkinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiteten, besuchten eine Notbetreuung,

16 % der Kinder im Grundschulalter, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiteten, besuchten eine Notbetreuung,

4 % der Kinder im Sekundarstufenalter, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiteten, besuchten eine Notbetreuung

Schüler*innen, die eine weiterführende Schule besuchten, waren höheren Anforderungen ausgesetzt, was sich in teilweise vielen Aufgaben und insbesondere in der Vermittlung neuer Inhalte zeigte. Durch den Versand per E-Mail gab es oft nicht die Möglichkeit Fragen zu stellen, was das Gefühl, mit Problemen und Fragen allein zu sein, verstärkte.

Vollzeitunterricht per Videokonferenzschaltungen und Austauschmöglichkeiten auf digitalen Plattformen wurde nur in wenigen Fällen und vor allem an den weiterführenden Schulen umgesetzt. Diese Art des Homeschoolings wurde jedoch besonders positiv wahrgenommen. Die Umsetzung von Videokonferenzen und die Arbeit auf digitalen Plattformen waren abhängig von der technischen Ausstattung der Schulen und der Familien, der Schulform und dem Engagement der Lehrkräfte.

In den Fällen, in denen Homeschooling im digitalen Format gut funktionierte, stellten sich eine Gewöhnung und ein Gefühl von Normalität ein. Zudem konnte festgestellt werden, dass die digitalen Formate besonders Jugendliche ansprachen, die sich für Computer und Onlineformate interessieren.

 

… im Kontext außerschulischer Träger

Auch außerschulische Träger wie Clubs und Vereine versuchten ihre Angebote auf digitale Formate zu übertragen, um den Kindern weiterhin Freizeitmöglichkeiten und gemeinsame Gruppenerlebnisse zu ermöglichen. Die Befragten erzählten von Online-Sport- und -Musikunterricht, gemeinsamen Spielen oder Kochen.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Die Stimmung im Homeschooling war zu einem Großteil davon abhängig, wie gut sich Eltern und Kinder von der Schule und den Lehrkräften unterstützt fühlten. Es zeigte sich, dass es sowohl bei den Eltern zu Stress als auch bei den Kindern zu Frustration führte, wenn das Gefühl aufkam, dass die Lehrkräfte nicht aktiv auftraten. Von den Erziehungsberechtigten, die von einem häufigen Kontakt zu den Betreuungseinrichtungen wie Kita oder Schule berichteten, fanden 63 %, dass sie gut oder sehr gut zurechtkamen.

Typ der Studie

Mehrmethodischer Ansatz

Zeitraum der Erhebung

Quantitativ: Ende April bis Ende Mai 2020

Qualitativ: Ende Mai bis Anfang Juni 2020

Methode

Quantitative Befragung und qualitative Interviews

Stichprobe

Quantitativ: 12.628 Personen deutschlandweit (vornehmlich Mütter)

Qualitativ: 21 Fälle (Elternteil-Kind-Dyade

eingenommene Perspektive

Quantitativ: ein Elternteil von Kindern zwischen 3 und 15 Jahren

Qualitativ: Kinder zwischen 6 und 14 Jahren und ein Elternteil

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder 3 bis 15 Jahre

Thematische Bezüge 

Mediennutzung, Wohlbefinden, Alltag in der Familie, Online-Lernen

Ziel der Studie

Evaluation der Lebenssituation von Kindern während des Lockdowns. Welche Rolle spielen digitale Medien beim Kontakt der Kinder zu Freundinnen und Freunden, Großeltern, aber auch zu Bezugspersonen aus Kita und Schule?

Lampert, Claudia/ Thiel, Kira (2021). Mediennutzung und Schule zur Zeit des ersten Lockdowns während der Covid-19-Pandemie 2020. Ergebnisse einer Online-Befragung von 10- bis 18-Jährigen in Deutschland. Unter Mitarbeit von Begüm Güngör. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut, Januar 2021 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 53)

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten

Die Nutzung digitaler Medien für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten stieg laut der Befragten während der Pandemie deutlich an. Mädchen bevorzugten dabei stärker das Smartphone und Jungen die Spielekonsole. Einige Befragte der jüngsten Altersgruppe der 10- bis 11-Jährigen berichteten, dass sie Video-on-Demand-Plattformen und Smartphones während der Corona-Zeit erstmals nutzten. Die pandemiebedingten Einschränkungen boten insgesamt für jüngere Kinder mehr Anlass, sich neuen Nutzungsmöglichkeiten und Angeboten zuzuwenden und damit ihre Online-Aktivitäten zu erweitern.

52 % der Befragten haben mehr Videoclips oder Filme online angesehen

38 % der Befragten haben häufiger etwas in sozialen Netzwerken geteilt

26 % der Befragten haben öfter Medieninhalte online erstellt oder weiterverbreitet

 

… für online-basierte Kommunikation

Die Nutzung digitaler Medien zu Kommunikationszwecken stieg während der Pandemie ebenfalls deutlich. Durch die Schulschließungen handelte es sich bei etwa der Hälfte der Zeit um Onlinekommunikation im Schulkontext. Die schulische Kommunikation verlief häufig über Messaging Dienste.

30 % der Befragten gaben an, häufiger als sonst politische Themen oder soziale Probleme online diskutiert zu haben. Dabei ging es zum Beispiel um Themen wie wirtschaftliche Ungleichheiten und Klima

26 % der Befragten haben öfter nach emotionaler Unterstützung gesucht

 

… für Informationen

Etwa die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen gab an, häufiger etwas Neues gelernt zu haben, indem sie im Internet danach suchten. Besonders häufig wurden in diesem Zusammenhang die Bereiche Nachrichten, Gesundheitsinformationen für sich oder andere und Shoppen genannt.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

zum Zeitpunkt der Befragung besaßen die befragten Familien im Durchschnitt ein Tablet, zwei Computer bzw. Laptops, zwei Fernseher bzw. Smart TVs, drei Smartphones, eine Spielekonsole und einen digitalen Sprachassistenten

Etwa ein Drittel hatte nach eigenen Angaben nicht genügend digitale Geräte zur Verfügung, damit alle im Haushalt online lernen können

73 % der Familien verfügten über einen schnellen und unbegrenzten Zugang zum Internet

Die Unterstützung der Kinder bei den Schulaufgaben funktionierte für die befragten Erziehungsberechtigten unterschiedlich gut. Etwas mehr als ein Drittel fand es schwierig, einen Überblick über die Schulaufgaben zu behalten. Ein Drittel klagte darüber, nicht genug Zeit dafür gehabt zu haben. Die jüngste Altersgruppe bekam insgesamt am meisten Unterstützung durch die Erziehungsberechtigten.

Jeweils mehr als die Hälfte der befragten Erziehungsberechtigten gab jedoch auch an, neben den von der Schule zur Verfügung gestellten Materialien auf kostenlose Online-Lernmaterialien, Online-Lernprogramme und andere Offline-Materialien zurückgegriffen zu haben. Im Vergleich zeigte sich, dass das vor allem auf Erziehungsberechtigte mit höherem Bildungshintergrund zutraf.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Insgesamt hatten die Schüler*innen eher wenig Kontakt zu ihren Lehrer*innen. Immerhin hatte etwas mehr als ein Drittel der Schüler*innen mehrmals pro Woche Kontakt mit seinen Lehrer*innen. Die 10- bis 11-Jährigen gaben häufiger an, mit ihren Lehrer*innen mehrmals täglich in Kontakt zu stehen (23 %) als die älteren Schüler*innen (15- bis 18-Jährige: 13 %).  

30 % der Schulen stellten digitale Geräte wie Tablet oder Laptop zur Verfügung

24 % stellten eine bezahlte Internetverbindung und Sicherheitssoftware zum Schutz von Geräten vor Viren und anderen Bedrohungen zur Verfügung

59 % der Schulen ermöglichten den Zugang zu sonstigen Unterrichtsmaterialien (z. B. Arbeitsblätter, Bücher, TV-Sendung, Radiosendung)

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Auch wenn sich mehr als die Hälfte der befragten Erziehungsberechtigten in der Lage sah, ihre Kinder zu motivieren und angab, ausreichende Kenntnisse in den Schulfächern und Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien zu haben, verließ sich mehr als ein Drittel der befragten Erziehungsberechtigten im Hinblick auf Online-Lernen auf die Schule.

63 % der Erziehungsberechtigten haben den Eindruck, über ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien verfügt zu haben, um das Online-Lernen ihres Kindes zu unterstützen

58 % der Erziehungsberechtigten gaben an, genügend Kenntnisse in den Schulfächern zu haben, um ihr Kind beim Lernen zu unterstützen

56 % der Erziehungsberechtigten fühlten sich in der Lage, ihr Kind zu motivieren

Die Erziehungsberechtigten wünschten sich in erster Linie Informationen und Unterstützung, wie sie ihre Kinder beim Fernunterricht, beim Online-Lernen und bei den Hausaufgaben unterstützen können. Sie wünschten sich aber auch, dass ihre Kinder Gelegenheiten bekommen sollten, gemeinsam mit anderen Mitschüler*innen online zu lernen. Psychologische Unterstützung vonseiten pädagogischer Fachkräfte hätte knapp die Hälfte der Erziehungsberechtigten sinnvoll gefunden. Dabei hätten die meisten gerne eine Hilfestellung, zum Beispiel in Form eines Leitfadens, um ihre Kinder selbst in Ausnahmesituationen wie während der Ausgangsbeschränkungen zu unterstützen.

Typ der Studie

Quantitative Studie

Methode

Online-Befragung

Stichprobe

513 Fälle (Eltern-Kind-Dyaden)

Eingenommene Perspektive

Kinder von 10 bis 18 Jahren und jeweils ein Elternteil

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder von 10 bis 18 Jahren (die jüngste Zielgruppe ist jedoch stark unterrepräsentiert)

Thematische Bezüge 

Mediennutzung, Alltag in der Familie, Online-Lernen

Ziel der Studie

Wie werden Medien zur Zeit der pandemiebedingten Schulschließungen von 10- bis 18-Jährigen genutzt?

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2021). miniKIM 2020. Kleinkinder und Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 2- bis 5-Jähriger in Deutschland. Stuttgart.

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten

Die Beschäftigung mit Büchern ist die liebste Beschäftigung mit Medien für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Das Ansehen von Videos oder Sendungen – egal ob im linearen Fernsehen oder über Streamingdienste rezipieren vier von fünf Kindern mindestens einmal in der Woche audiovisuelle Angebote – ist bei Mädchen beliebter als bei Jungen im gleichen Alter und steigert sich innerhalb der Altersgruppen. Im Durchschnitt nutzen die Kinder insgesamt etwa eine Stunde Bewegtbildmöglichkeiten am Tag, dabei sind auch Spiele und Internetaktivitäten inbegriffen. Bei den Älteren fällt die Nutzungszeit dabei deutlich höher aus als bei den Jüngeren. Streamingdienste haben im Vergleich zum Fernsehen erheblich an Bedeutung gewonnen. Paw Patrol und Peppa Pig/Wutz sind die Lieblingssendungen der Altersgruppe.

89 % der Kinder malen/zeichnen/basteln mindestens einmal pro Woche

60 % der Kinder hören mindestens einmal pro Woche Hörspiele/Hörbücher/Podcasts oder Musik

54 % der Kinder schauen mindestens einmal pro Woche fern (egal auf welchem Weg)

Im Vergleich zu der Altersgruppe der Sechs- bis 13-Jährigen gibt es bei den Zwei- bis Fünfjährigen auch eine hohe Prozentzahl, die einige Medien nie nutzen: 82 % der Kinder bedienen laut ihrer Erziehungsberechtigten nie einen Computer oder Laptop, 58 % nutzen nie ein Smartphone oder spielen digital.

Drinnen und draußen Spielen ist die beliebteste Tätigkeit der Kinder in diesem Alter. Inwiefern das auch mit Medien zusammenhängt oder zusammenhängen kann, wird in der Studie nicht weiter ausgeführt. Digitale Spielemöglichkeiten, insbesondere auf dem Smartphone, werden von 17 % der Kinder regelmäßig wahrgenommen.

Das elterliche Smartphone wird von den Kindern eher wenig genutzt, nur etwa ein Fünftel der Kinder nutzt es mindestens einmal die Woche. Dabei ist das Aufnehmen und Ansehen von Fotos und Videos am interessantesten für die Kinder.

 

… für Informationen

Bei der Frage, ob und welche Wissenssendungen die Kinder sehen, wird „Die Sendung mit der Maus“ am häufigsten genannt. Es zeigt sich, dass der Begriff Wissenssendung von den Eltern in erster Linie mit klassischen Angeboten verbunden wird.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

In allen befragten Familien ist ein breites Medienrepertoire vorhanden. Alle Haushalte haben Internetzugang und in fast allen gibt es mindestens ein Smartphone und ein Fernsehgerät. Neun von zehn Haushalten haben zudem einen Computer oder Laptop und in drei Viertel der Familien gibt es auch ein Tablet und ein Streaming Abonnement. Drei von zehn Haushalten haben zudem einen Sprachassistenten und einen Kindercomputer. Spielekonsolen gibt es in 67 % der befragten Haushalte. Besonders Tablets, Spielekonsolen und Kindercomputer sind im Vergleich zu 2014, dem Zeitpunkt der letzten Befragung, häufiger geworden.

Die Kinder, die Geräte zur eigenen Verfügung haben, sind in der deutlichen Unterzahl, ein eigenes Fernsehgerät oder Tablet besitzen jedoch immerhin 14 % der Zwei- bis Fünfjährigen, einen eigenen Kindercomputer/Laptop 19 % der Kinder. Mit steigendem Alter steigt auch der Medienbesitz. Im Vergleich zu der letzten Erhebung 2014 ist dieser insgesamt deutlich gestiegen; dies kann auch mit dem Befragungszeitpunkt zusammenhängen und ein Ergebnis der Pandemie-Situation sein.

Alle Medien, die zumindest gelegentlich von den Kindern in Gebrauch genommen werden, nutzen diese häufig gemeinsam mit den Eltern. Eine Ausnahme sind Hörspiele, Hörbücher und Podcasts, diese werden von ca. der Hälfte der Kinder eher allein genutzt. Bücher sind aus Sicht der Eltern nach wie vor das wichtigste Medium für Kinder.

43 % der Kinder schaute mit 2 Jahren das erste Mal fern

bei 58 % der befragten Familien wird der Fernseher zielgerichtet für die Kinder eingeschaltet

Auch wenn sich nur ein Drittel der Eltern (32%) für eine frühe Gewöhnung der Kinder an digitale Medien ausspricht, zeichnet sich insgesamt eine eher chancenorientierte Betrachtung des Themas bei den Eltern ab, die die Möglichkeiten des spielerischen Lernens und die Eignung für Kinder aufgrund leichter Bedienmöglichkeiten (z. B. beim Tablet) einschließt. In Bezug auf Schutzmöglichkeiten wie z. B. Filterprogramme besteht eine große Unsicherheit und teilweise Unkenntnis. Regeln zur Nutzungsdauer von Medien gibt es in den meisten Familien vor allem bezüglich der Internetnutzung und beim Fernsehen.

Vor allem bei den Vier- bis Fünfjährigen konnten die Erziehungsberechtigten durch die Corona-Pandemie ein geändertes Nutzungsverhalten und eine erhöhte Eigenverantwortung bei der Nutzung von Geräten feststellen; es wurde insbesondere öfter und länger ferngesehen. Ein Drittel durfte zudem Medien, die bis dahin eigentlich nur gemeinsam mit den Eltern genutzt wurden, auch allein bedienen.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Das Thema Kinder und Medien wird laut der Befragten nur in 7 % der Einrichtungen auf Elternabenden oder in Elterngesprächen thematisiert. Zudem haben Kinder nur sehr eingeschränkt Zugriff auf Mediengeräte in den Einrichtungen. In weniger als 10 % der Einrichtungen gibt es einen Kindercomputer oder ein Tablet. Jedoch muss hier einschränkend festgestellt werden, dass nicht klar wird, inwiefern die Eltern sich aufgrund der aktuellen Situation überhaupt ein umfassendes Bild über die aktuelle Medienausstattung in Einrichtungen machen konnten.

Während der Zeit, in der viele Kinder zuhause betreut werden mussten, boten die Einrichtungen teilweise kreative Angebote wie Bastel- und Malvorlagen für die Kinder an. In wenigen Fällen wurden Videos oder das Vorlesen von Büchern o. Ä. angeboten. Nur 13 % der Einrichtungen stellten Onlineangebote zur Verfügung.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Der Umgang von Kindern mit Medien ist für einen Großteil der befragten Eltern ein wichtiges Thema und Interessensschwerpunkt und liegt von der Priorität gleich hinter Erziehungsfragen und dem Thema Gesundheit/Ernährung. In der Altersgruppe der Sechs- bis 13-Jährigen haben diesen Themenbereich nur 45 % der Eltern als großen Interessenschwerpunkt angegeben, bei den Zwei- bis Fünfjährigen sind es 88 %.

Die Eltern sehen beim Thema Computer und Internet für Kinder beide Seiten: die Gefahren sowie die Möglichkeit Neues zu lernen, wobei die Angst vor problematischen Inhalten leicht überwiegt. Die Eltern fühlen sich verantwortlich, wenn es darum geht, ihren Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien beizubringen, sehen aber auch die Schule in der Pflicht.

Typ der Studie

Quantitative Studie

Ende August bis Ende September 2020

Methode

Online-Interviews mit strukturiertem Fragebogen

Stichprobe

600 Haupterzieher*innen (76 % Mütter, 24 % Väter)

Eingenommene Perspektive

Eltern

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren

Thematische Bezüge 

Mediennutzung, Medienumgang

Ziel der Studie

Erfassung des Medienbesitzes und der Mediennutzung von Kindern und in Familien generell und während der Covid-19-Pandemie

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2021). KIM 2020. Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland. Stuttgart.

Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Kindern

Die Pandemie ist in den Familien generell ein Thema. Vor allem die Auswirkungen der Pandemie wie Home Schooling waren teilweise eine Belastung in den Familien und führten zu mehr Streit als sonst. Etwa ein Drittel der Kinder machte sich generell Sorgen über die Situation.

 

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten

Das Smartphone gehört neben Freund*innen und Schule zu den größten Interessen der Sechs- bis 13-Jährigen, dicht gefolgt von Internet/Computer/Laptop und Computer- bzw. Konsolen- und Onlinespielen. Bei Jungen zeigt sich eine etwas höhere Affinität im letztgenannten Bereich. Wie in den letzten Jahren, ist auch im Jahr 2020 das Fußballspiel „FIFA“ das beliebteste Spiel unter den Sechs- bis 13-Jährigen, an zweiter Stelle folgt Minecraft.

Sechs- und Siebenjährige nutzen das Smartphone am ehesten für unterhaltungsorientierte Tätigkeiten, vor allem um zu spielen. Für die ältere Altersgruppe sind dann bereits Apps und generell das Internet sehr interessant. WhatsApp, YouTube und Tiktok sind die beliebtesten Apps. Neben dem Smartphone wird auch das Tablet im Vergleich zur letzten Erhebung 2018 immer beliebter. Es wird ähnlich wie das Smartphone genutzt. Knapp jedes fünfte Kind, das ein Tablet nutzt, zieht es zudem auch für kreative Tätigkeiten heran.

27 % der Sechs- bis Siebenjährigen nutzen das Smartphone jeden oder fast jeden Tag 96 % der Zwölf- bis 13-Jährigen nutzen das Smartphone jeden oder fast jeden Tag

Der Anteil an Lesebegeisterten ist bei den Jüngsten mit 60 % vergleichsweise hoch. Bei den Zwölf- bis 13-Jährigen lesen noch 48 % gerne. Harry Potter liegt seit vielen Jahren auf Platz 1 der beliebtesten Bücher. Hörbücher hören knapp die Hälfte der befragten Kinder. Etwa ein Drittel der Zwölf- bis 13-Jährigen hört mindestens einmal in der Woche Podcasts.

Mit Blick auf Bewegtbildangebote ist der Fernseher nach wie vor am beliebtesten. Fast alle der befragten Kinder sehen regelmäßig fern. Aber auch YouTube wird regelmäßig genutzt, insbesondere von der ältesten Altersgruppe. 38 % der Zwölf- bis 13-Jährigen nutzen YouTube, wovon 20 % auch einen eigenen Account haben. Die liebsten Youtuber sind, wie auch 2018, Bibis Beauty Palace, Julian Bam, Daggi Bee, Gronkh und die Lochies, es zeigt sich aber eine große Vielfalt bei den Nennungen. Am liebsten werden lustige Videos und Musikvideos geschaut.

 

… für online-basierte Kommunikation

Bei den Zehn- bis 13-Jährigen stehen die kommunikativen Tätigkeiten mit dem Smartphone im Fokus, wie Text- und Sprachnachrichten bekommen und verschicken.

Facebook verliert insgesamt an Relevanz, dafür ist Tiktok immer beliebter. Die Motivation Soziale Medien zu nutzen ist es, Spaß zu haben und in Kontakt mit den Freund*innen zu sein, da alle die Plattformen nutzen. Auch Langeweile wird als Grund angegeben.

 

… für Informationen

Für etwas mehr als die Hälfte der Kinder ist das Internet in erster Linie eine Quelle für Informationen zu vielfältigen Themen. Erst danach werden Eigenschaften wie Spiele spielen und Filme schauen sowie Möglichkeiten der Kommunikation genannt. Diese drei Aspekte machen das Internet für Kinder in diesem Alter aus.

Im Vergleich zu 2018 konnte ein verstärktes Interesse am Weltgeschehen ausgemacht werden, wobei die Vermutung naheliegt, dass das unmittelbar mit der besonderen Situation der weltweiten Pandemie zusammenhängt. Das Interesse an Nachrichtensendungen steigt mit zunehmendem Alter der Kinder deutlich an (6–7 Jahre: 15 %, 12–13 Jahre: 36 %).

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Während in fast allen Familien Fernsehzugang, Internet, Smartphones sowie Computer oder Laptops vorhanden sind, gibt es Tablets, Fernsehgeräte mit Internetzugang oder Streamingdienste wie Netflix oder Disney+ nur in etwas weniger als der Hälfe der Haushalte. In etwa jeder fünften Familie gibt es einen Kindercomputer, digitale Sprachassistenten etwa in jedem zehnten Haushalt. Abonnements bei Streamingdiensten, der Besitz von Fernsehgeräten mit Internetzugang und eines Tablets sind im Vergleich zu den Jahren davor gestiegen. Die Hälfte der Kinder besitzt ein eigenes Smartphone.

41 % der Kinder haben eine Spielekonsole

38 % der Kinder besitzen einen CD-Player

34 % der Kinder haben einen eigenen Fernseher

18 % der Kinder haben einen eigenen Computer/Laptop

Im Vergleich zu 2018 hat die eigenständige Nutzung des Internets und des Spielens am Smartphone, PC und Tablet in der Altersgruppe deutlich zugenommen. 69 % der befragten Kinder geben an, Spiele am Smartphone allein zu spielen, während knapp über die Hälfte der Kinder bei der Fernsehnutzung eher allein sind.

Die Hälfte der Erziehungsberechtigen gibt an, dass sie sich an die Altersbeschränkungen von Spielen hält und ihre Kinder dementsprechend nur Spiele spielen dürfen, die laut der Empfehlung ihrem Alter angemessen sind. Jedoch betrachten auch knapp die Hälfte der Eltern die Altersbeschränkung fälschlicherweise als pädagogische Empfehlung. 38 % der befragten Kinder erzählen, dass sie schon mal Spiele gespielt haben, die eigentlich nicht ihrer Altersempfehlung entsprachen.

Die Recherche im Internet für schulische Zwecke wird eher zusammen mit den Eltern gemacht. Vor allem in dem Kontext zeigt sich aber auch deutlich die große Altersspanne: Der Anteil der Kinder, der allein für die Schule im Internet recherchiert, liegt bei den Sechs- bis Siebenjährigen bei 6 %, bei den Zwölf- bis 13-Jährigen bei 64 %. Noch extremer sind die Unterschiede beim Surfen im Internet.

8 % der Eltern geben an, dass Ihre Kinder schon einmal mit problematischen Inhalten in Berührung gekommen sind, am häufigsten werden dabei Gewaltdarstellungen erwähnt. Unangenehme Bekanntschaften im Internet haben ebenfalls Einzelne gemacht, am häufigsten werden in diesem Zusammenhang Instagram und Facebook genannt.

Unabhängig vom Medium hat durchschnittlich die Hälfte der Familien Regeln für die Nutzungszeit von Medien. Das Fernsehen wir insgesamt am unkritischsten im Hinblick auf das Alter eingeschätzt, demnach geben nur 18 % der Erziehungsberechtigen an, eine Regel zu haben. Im Durchschnitt dürfen die Kinder der befragten Erziehungsberechtigten ab fünf Jahren fernsehen, mit neun Jahren ins Internet sowie an Spielekonsolen. YouTube und WhatsApp dürfen die Kinder durchschnittlich erst mit zehn Jahren nutzen und Soziale Medien werden erst mit dreizehn Jahren als sinnvoll erachtet.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Im Regelunterricht nutzt knapp die Hälfte der älteren Schulkinder zumindest ab und zu im Unterricht einen PC. Bei Sechs- bis Siebenjährigen kommt das so gut wie gar nicht vor. Eingesetzt werden digitale Medien in erster Linie zum Schreiben von Texten, selten kommen die Nutzung von Bildbearbeitung oder andere kreative Formen der Nutzung zur Anwendung.

Zu schulischen Belangen kommuniziert fast jedes zweite Kind im Alter von zwölf bis 13 Jahren zumindest einmal pro Woche per E-Mail oder Chat. Während des Lockdowns stand über die Hälfte der Schüler*innen mindestens einmal pro Woche im digitalen Kontakt zum Lehrpersonal.

 

… im Kontext außerschulischer Träger

Knapp die Hälfte der Kinder geben an, dass es eine Gruppe bei Facebook, Instagram oder WhatsApp gibt, die für die Organisation und Kommunikation in ihrem Verein eine Rolle spielt.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Internet, Soziale Medien und der Umgang von Kindern mit Medien sind Themen die Eltern beschäftigen. Trotzdem scheint vor allem Letzteres kein allzu präsentes Thema für die Eltern der Altersgruppe zu sein, das Interesse daran wird von anderen Themen deutlich überlagert. Die Nutzung von Computer, Laptops und Tablets wird zwar in einen Zusammenhang mit dem Schulerfolg gestellt, aber gleichzeitig ist sie in Bezug auf ihre Kinder von viele Eltern negativ konnotiert oder mit der Gefahr der Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten assoziiert. Etwa die Hälfte der Erziehungsberechtigten sehen zudem das Thema Datenschutz als unproblematisch an.

Typ der Studie

Quantitative Studie

Ende August bis Mitte Oktober 2020

Methode

Computergestützte persönlich-mündliche Interviews mit den Kindern und Elternerhebung mittels Selbstausfüllerfragebogen  

Stichprobe

1.216 Kinder und je ein Elternteil

Eingenommene Perspektive

Kindern zwischen 6 und 13 Jahren und einem Elternteil

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder zwischen 6 und 13 Jahren

Thematische Bezüge 

Mediennutzung, Medienumgang

Ziel der Studie

Erfassung des Medienbesitzes und der Mediennutzung von Kindern und in Familien generell und während der Covid-19 Pandemie

Knauf, Helen (2021). „Es war o.k., aber es hätte, ehrlich gesagt, auch nicht viel länger noch so gehen dürfen.“ Familie während der Kita- und Schulschließung infolge der COVID-19-Pandemie. Bielefeld Working Paper 4.

Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Kindern

Die befragten Eltern hatten während der Kita- und Schulschließungen konstant das Gefühl ihren Kindern nicht gerecht zu werden, da die meisten weiterhin arbeiten mussten. Trotzdem stellten die Befragten fest, dass sie insgesamt mehr Zeit mit ihren Kindern verbrachten, und empfanden dies als sehr positiv.

Die Einschränkungen der Sozialkontakte der Kinder wurden von den Befragten unterschiedlich bewertet. Einige Kinder litten stark darunter, dass sie ihre Freunde nicht sehen durften. Die Möglichkeit bestimmte Themen zu besprechen, die Kinder nicht mit ihren Eltern oder Geschwistern teilen möchten, wird von den Eltern als wichtigste Funktion im Kontakt mit Gleichaltrigen gesehen. Einige Befragte schilderten jedoch auch, dass dies für ihre Kinder kein großes Problem war und dass sie überrascht waren, wie wenig ihren Kindern ihre Freund*innen fehlten. Je länger die Situation anhielt, desto schwerer fiel jedoch auch diesen Kindern die Trennung von ihren Freund*innen.

In Bezug auf schulische sowie Alltagskompetenzen waren viele der befragten Eltern überzeugt, dass ihre Kinder durch die Situation profitierten. Sie lernten sich selbst zu strukturieren, hatten mehr Freiheiten, was ihr Tempo und ihren Rhythmus anging, und lernten umfassender.

 

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für online-basierte Kommunikation

Der Kontakt zu Gleichaltrigen wurde bei den Befragten stark eingeschränkt. In einigen Fällen war persönlicher Kontakt mit räumlicher Distanz möglich, aber es wurden auch digitale Medien genutzt, um mit Freund*innen in Kontakt zu bleiben. Die Befragten schilderten beispielsweise, dass ihre Kinder über Zoom mit Freund*innen spielten, chatteten oder über WhatsApp gemeinsam mit Lego bauten, indem sie sich gegenseitig Aufgaben stellten. Es stellte sich mit der Zeit ein gemeinsamer Erfahrungsgewinn ein, beispielsweise welche Spiele im Online-Kontakt geeignet waren und welche nicht.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Die meisten Befragten hatten erhöhte Kosten, die insbesondere auf Zusatzausgaben für notwendig gewordene digitale Geräte aber auch neue Spielmöglichkeiten zurückgeführt wurden.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Insbesondere für Familien mit nichtdeutscher Familiensprache gestaltete sich die Kommunikation mit der Schule laut der Befragten eher schwierig. Betroffene Eltern schilderten, dass Aufgaben nicht gut verständlich erklärt waren, die Leistungserwartungen unklar blieben und das Aufgabenpensum zu hoch war.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Durch die Home-Schooling Situation wurde insbesondere bei Eltern von schulpflichtigen Kindern deutlich, dass sie oftmals zusätzlich zu ihrer Elternrolle auch eine Lehrerrolle einnehmen mussten. Die Eltern taten dies ungern, da sie in Konflikt mit ihrer Elternrolle gerieten und sie sich zusätzlich den Anforderungen größtenteils nicht gewachsen fühlten. Gleichzeitig beförderte die Situation die Wertschätzung für den Beruf der Lehrer*innen. Die Eltern bejahen ganz deutlich, dass sie durch den Fernunterricht mehr von der Schule und vom Kompetenzstand ihrer Kinder mitbekommen haben.

Typ der Studie

Qualitative Studie

Juni bis Juli 2020

Methode

qualitative Interviews 

Stichprobe

20 Personen

Eingenommene Perspektive

Eltern

Alterskategorie der Zielgruppe

Kinder bis 10 Jahre

Thematische Bezüge 

Alltag der Familie

Ziel der Studie

Wie haben Familien die Situation der Kita- und Schulschließungen bewältigt und erlebt?

Porsch, R./ Porsch, T. (2020). Fernunterricht als Ausnahmesituation - Befunde einer bundesweiten Befragung von Eltern mit Kindern in der Grundschule. In D. Fickermann & B. Edelstein (Hrsg.), „Langsam vermisse ich die Schule ...“. Schule während und nach der Corona-Pandemie (Die Deutsche Schule, 16. Beiheft) (S. 61–78). Münster: Waxmann.

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

94 % der Kinder der befragten Eltern hatten Zugang zu PC/Laptop/Tablet mit Internetzugang

71 % der Kinder der befragten Eltern hatten Zugang zu einem Handy

88 % der Kinder der befragten Eltern hatten Zugang zu einem Fernseher

Die Lernzeit der Kinder betrug mehrheitlich nicht mehr als drei Stunden pro Tag. Etwas mehr als die Hälfte, knapp 60 % der Befragten, schilderte, dass ihre Kinder die Aufgaben zunächst selbstständig bearbeiteten. Ungefähr die Hälfte der Eltern gab jedoch auch an, ihre Kinder bei Schulaufgaben zuhause zu unterstützen. 70 % der Eltern kontrollierten, ob die Aufgaben gelöst wurden. Lernapps und -software wurden von etwas mehr als 40 % der Eltern mit den Kindern zu Unterstützungszwecken genutzt, Videos und das Internet dagegen eher weniger.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Angebote für Online-Unterricht wurden von den Grundschullehrkräften insbesondere in den Fächern Mathematik und Deutsch gemacht. Fast alle Kinder erhielten in diesen Fächern Aufgaben. 66 % haben auch für das Fach Sachkunde Anweisungen bekommen. Weitere Fächer, die häufiger genannt wurden, waren Englisch, Musik und Kunst.

Der Großteil der Befragten stand im E-Mail-Kontakt mit der Lehrkraft. In nur knapp 10 % der Fälle wurden Lernplattformen genutzt. In manchen Fällen wurden auch analoge Kontaktwege genutzt, dann mussten die Aufgaben in der Schule abgeholt werden oder wurden am letzten Schultag mitgenommen. Über 60 % der Eltern haben Kontaktdaten der Lehrenden erhalten, um sich im Bedarfsfall zu melden. Die Kinder selbst erhielten nur in knapp 2 % der Fälle auch persönlich mithilfe eines Videochats Unterstützung von der Lehrkraft. Darüber hinaus gab es auch noch andere Unterstützungsangebote, die knapp 8 % der Kinder bekamen, diese wurden aber nicht weiter differenziert.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Knapp die Hälfte der befragten Eltern gab an, keinen persönlichen Kontakt zur Klassenlehrkraft zu haben. Das fachliche Wissen der Eltern bzw. ihr Zutrauen in die eigenen Kenntnisse war dementsprechend besonders wichtig, wenn es darum ging, ihre Kinder bei der Aufgabenbearbeitung gut unterstützen zu können. In den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachunterricht, die Fächer, die laut der Befragten während der Pandemie für die Kinder am stärksten präsent waren, fühlten sich die Eltern eher sicher. Trotzdem gab es klare Aufgaben, die die Eltern der Verantwortung der Lehrkräfte zuschrieben. Das ist die Kontrolle der Zielerreichung von Aufgaben, Klärung von Verständnisfragen und die beständige Differenzierung der Lernangebote. Eltern mit einem hohen Bildungshintergrund empfanden generell weniger Angst vor schulischen Nachteilen ihrer Kinder aufgrund der veränderten Situation.

Typ der Studie

Quantitative Studie

März bis April 2020

Methode

Online-Fragebogen

Stichprobe

3.995 Personen

Eingenommene Perspektive

Eltern (mehrheitlich Mütter)

Alterskategorie der Zielgruppe

Grundschulalter, im Durchschnitt 9 Jahre

Thematische Bezüge 

Online-Lernen, Mediennutzung in der Familie (für Lernzwecke)

Ziel der Studie

Wie wird die Zeit des Homeschoolings gestaltet und erlebt?

Gerhardts, L./ Kamin, A.-M./ Meister, D. M./ Richter, L./ Teichert, J. (2020). Lernen auf Distanz – Einblicke in den familialen Alltag des Homeschoolings und Formen der Bewältigung. In: Medienimpulse 58 (2).

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für online-basierte Kommunikation

Wenn schulspezifische Informationen gebraucht wurden, kommunizierten die Kinder teilweise über WhatsApp mit Schulfreund*innen. Allerdings hatten die meisten Kinder dieser Altersgruppe kein eigenes Smartphone.

 

… für Informationen

Bei Internetrecherchen für die Schule handelte es sich um einfache Google-Suchen, Google-Bildersuchen und die Nutzung des Übersetzungsprogramms von Google. Gerade bei Internetrecherchen und dem Umgang mit Webseiten fiel den Eltern jedoch auf, dass diese mitunter noch überfordernd waren. 

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Die wenigsten der befragten Kinder hatten einen eigenen Laptop oder ein eigenes Tablet und benutzten die Geräte der Eltern. Sie waren eher gewohnt, kleinere mobile Geräte zu bedienen wie das Smartphone. Es konnte festgestellt werden, dass die digitale Arbeitsweise nicht an die gewohnten schulischen Abläufe anknüpfte und die Kinder sich vieles neu aneignen mussten, wie das Bedienen von Maus und Tastatur. Die Kinder hatten wenig Erfahrung mit E-Mail-Kommunikation und dem Verwalten von Dateien – Dinge, die sie im Homeschooling brauchten, wenn sie selbstständig sein wollten. Eine Kritik von Eltern an den Homeschooling-Abläufen war dementsprechend auch, dass die Aufgaben nicht an den bereits vorhandenen medienbezogenen Bedienfähigkeiten der Kinder ansetzten. Anstatt der Arbeit an Dokumenten, wäre z. B. die Arbeit mit Fotos oder kleinen Videos denkbar gewesen. Es fiel auf, dass Kinder, die bereits ein hohes Maß an Selbstständigkeit hatten, auch ihre Lernzeit während des Homeschoolings eingeständiger organisierten.

Die Fähigkeiten der Kinder am Laptop steigerten sich im Laufe der Zeit. Tippfähigkeiten entwickelten sich weiter und der Umgang mit PC-Programmen, Webbrowsern und Suchmaschinen verbesserte sich. Die digitalen Formate boten mehr Möglichkeiten für die Kinder selbstständig zu arbeiten, z. B. durch automatisches Feedback in digitalen Anwendungen. Die elterliche Unterstützung wurde jedoch durchgängig benötigt, insbesondere bei der Internetrecherche.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Fallübergreifend ließ sich feststellen, dass die Aufgaben für die Kinder im pandemiebedingten Homeschooling den herkömmlichen Aufgabenstellungen glichen. Das waren in erster Linie Arbeitsblätter, die ausgedruckt und handschriftlich ausgefüllt wurden. Die Aufgaben wurden meistens per E-Mail an die Eltern verschickt, vereinzelt wurden auch Dienste wie Schul-Clouds genutzt. Die Kinder arbeiteten – zumindest zu Anfang der Umstellung – vornehmlich asynchron und bekamen in unterschiedlichen Abständen unterschiedlich umfangreiche Aufgaben. Dabei gab es oft keine zeitlichen Vorgaben, wann die Aufgaben fertig sein mussten und auch keine Möglichkeit, die Aufgaben mit den richtigen Lösungen abzugleichen, was für die Kinder oftmals schwierig war. Die fehlende altersgerechte Vorstrukturierung und eine regelmäßige Rückmeldung zum Lernerfolg fehlten deutlich.

In einzelnen Fällen veränderte sich die Situation durch den Einsatz von Lernplattformen wie Microsoft Teams. Die Kinder konnten dadurch selbständiger arbeiten, da sie den Zugriff auf alle Materialien hatten und die Möglichkeit Feedback einzuholen leichter war. Der Alltag war strukturierter und verbindlicher. Auch wenn es die Möglichkeit einer digitalen Lernplattform nicht gab, zeigte sich, dass digitale Aufgaben wie Internetrecherchen die Kinder motivierten.

Typ der Studie

Qualitative Studie; Interviewstudie; Fallstudie

März und Mai 2020

Methode

Lerntagebücher der Schüler*innen, Telefoninterviews mit einem Elternteil

Stichprobe

9 Familien

Eingenommene Perspektive

Schulkindern und Eltern

Alterskategorie der Zielgruppe

10 und 11 Jahre

Thematische Bezüge 

Online-Lernen, Mediennutzung in der Familie (für Lernzwecke)

Ziel der Studie

Wie gestaltet sich die Mediennutzung für Lernzwecke in der Familie in der Zeit des Homeschoolings und wie wird die Lernsituation erlebt?

Wildemann, A./ Hosenfeld, I. (2020). Bundesweite Elternbefragung zu Homeschooling während der Covid 19-Pandemie. Erkenntnisse zur Umsetzung des Homeschoolings in Deutschland. Universität Koblenz-Landau.

Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Kindern

Circa 75 % der Eltern schilderten, dass ihr Kind darunter litt, dass viele Freizeitmöglichkeiten wie Sport im Verein, Musikunterricht oder das Treffen mit Freund*innen zur Zeit der Schulschließungen nicht möglich waren. Es zeigte sich jedoch eine hohe Akzeptanz im Hinblick auf die Schule und der Notwendigkeit etwas für die schulische Bildung zu tun, auch wenn kein Präsenzunterricht möglich ist.

 

Erkenntnisse zur Mediennutzung von Kindern

… für online-basierte Kommunikation

Fast 60 % der befragten Eltern gaben an, dass sich ihr Kind während des Lernens im Homeschooling nicht mit anderen Mitschüler*innen ausgetauscht hat.

 

Erkenntnisse zur Medienerziehung

… im familialen Umfeld

Die Eltern stellten fest, dass sie seit dem Homeschooling deutlich mehr Zeit für die Lernbegleitung ihrer Kinder aufbrachten. Über die Hälfte der befragten Eltern fühlten sich zudem hauptsächlich verantwortlich für das Homeschooling ihres Kindes. 22 % der befragten Eltern gaben jedoch an, dass ihr Kind sich auch selbst verantwortlich für seine Lernzeit zeigte. Das galt sowohl für jüngere als auch ältere Kinder.

Mehr als ein Viertel der Eltern schilderte technische Probleme. Die häufigsten Probleme waren zu wenige technische Geräte und eine unzureichende Internetverbindung.

 

… durch Fachkräfte in Kita und Schule

Die Lehrkräfte nutzten während der Zeit des Homeschoolings vor allem die Kommunikation über E-Mail. Lernplattformen spielten in 25 % der Fälle eine Rolle. Auch andere Lernunterstützung wie Materialien zum Download, Internetseiten, YouTube-Videos, Apps oder Messenger Dienste wurde erfragt. Jedoch konnten aufgrund fehlender Spezifikation zwischen den Schulformen keine genauen Aussagen dazu gemacht werden, was in der Grundschule genutzt wurde.

Grundschullehrkräfte stellten ihren Kindern mehrheitlich Aufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Die Aufgaben waren in erster Linie zum Üben und Wiederholen von bereits gelernten Inhalten, es wurde aber auch versucht, neue Inhalte einzubringen. In der Sekundarstufe war zusätzlich zu den Fächern Deutsch und Mathematik noch das Fach Englisch sehr präsent und es wurden stärker neue Inhalte eingeführt. Der Rhythmus, in dem die Fachkräfte die Aufgaben verteilten, war in vielen Fällen (gute 40 %) unregelmäßig, fast genauso viele Kinder (knapp 40 %) hatten jedoch auch einen Wochenplan für alle Fächer. Eine Feedbackkultur während des Homeschoolings, die sowohl Rückmeldungen der Eltern und Kinder an die Lehrkraft als auch von der Lehrkraft an die Eltern und Kinder beinhaltete, gab es selten.

 

Erkenntnisse zum Thema Erziehungspartnerschaft

Knapp 60 % der befragten Eltern gaben an, dass sie während der Zeit des Homeschoolings nicht mit den Lehrkräften kommuniziert hatten. 30 % der Eltern tauschten sich aber zumindest einmal pro Woche mit den Lehrkräften aus. Ob das Alter der Kinder bzw. die Schulform hier eine Rolle gespielt hat, wurde nicht erhoben.

Typ der Studie

Quantitative Studie 

April bis Mai 2020

Methode

Bundesweite Befragung 

Stichprobe

4230 Personen 

Eingenommene Perspektive

Eltern (mehrheitlich Mütter)

Alterskategorie der Zielgruppe

Schulkinder (davon 43,1 % aus der Grundschule)

Thematische Bezüge 

Online-Lernen, Alltag in der Familie

Ziel der Studie

Wie wird die Zeit des Homeschoolings gestaltet und erlebt?